02.12.2011

Wettbewerb Museum Schruns im Netz

Die Volksabstimmung über das geplante Heimatmuseum in Schruns schaffte es sogar bis in die bundesweiten Medien.

Nachzulesen auf derstandard.at ein sehr guter Kommentar von Jutta Berger mit Interviews von Marina Hämmerle (vai) und Josef Fink (Vorsitzender Wettbewerbsausschuss),
oder gleich hier als download:

Das Wort Bürgerbeteiligung ist zwar schon in den Köpfen der Gemeindepolitik angekommen, aber die Umsetzung halt immer noch laienhaft. Für das Ortsbild wichtige Projekte sollten zu Beginn der Projektierungsphase gemeinsam mit der Bevölkerung besprochen werden. Hat man dann einen Konsens erreicht, was die Eckdaten und Ziele so eines Projektes betrifft, kann man die Ausarbeitung getrost den Fachleuten überlassen.

26.11.2011

WE Reform in Reichweite

Sensationelle Neuigkeiten von der WE-Front sind Grund genug trotz knappem Zeitbudget wieder einmal ein Posting auf die interessierte Kollegenschaft loszulassen.

Heute erreicht mich ein Email unseres Präsidenten mit freudigem Inhalt:
Mail des Präsidenten
"Der Sozialausschuss des Nationalrates hat sich in einem sog. "Entschliessungsantrag" politisch zum Ziel einer Überführung bekannt!"
Wortlaut Entschliessungsantrag
Der Beschluss fiel im Übrigen einstimmig durch Vertreter_innen aller 5 Parteien des Nationalrates. Die Zustimmung des Nationalratsplenums sollte also reine Formsache sein. Was danach kommt, darüber können wir dzt. nur spekulieren. Das Feintuning wird noch einiges an Zeit verschlingen, da gilt es noch ein paar Hürden zu nehmen. Von Kammerseite wurde jedenfalls ein Projektfahrplan vorgelegt, den ich aber nicht veröffentlichen werde, um nicht falsche Hoffnungen zu wecken. Die Uhren der Behörden laufen mit Sicherheit nicht synchron mit unseren Vorstellungen :D

Ein Anfang ist gemacht.



13.05.2011

Kammertag und eine heisse WE-Diskussion: Fr. 13.5.2011

Notebook sei Dank konnte ich während der Sitzung mitschreiben, also stelle ich mal den "veröffentlichbaren" Teil hier herein. Die nachmittägliche Diskussion zu den Entwicklungen bei der WE-Thematik habe ich ebenfalls mitgeschrieben, sind aber angesichts des Tonfalls und der vielfachen persönlichen Meldungen nichts fürs Internet >>> wen's interessiert, der bekommt gerne ein Email von mir: ich könnte es als abendliche Lektüre an verregneten Sommertagen empfehlen, bzw. als Ersatz für qualitativ hochstehendes Kabarett :)

Kammertag Fr. 13.5.2011

Begrüssung durch Präs. Pendl

Top 3: Berichte

Bericht des Sektionsvorsitzenden IK
  • Focus auf Kommunikation (intern) und Berufsbild (Ausweitung d. Tätigkeiten angestrebt)
Bericht des Sektionsvorsitzenden ARCH
  • HIA Leistungsbilder weiterentwickelt - EDV-Koppelung als Ziel (Einarbeitung in AVA Programme)
  • Erfolge bei Wettbewerbsregelung mit BIG (1. Platz nicht mehr abzugsfähig von VE-Honorar)
  • Manz Storage Solution gut - hat noch Kapazitäten
  • Europaengagement wichtig - z.b. Design4all
  • Berufszugang nur mit Praxis auf europ. Ebene klarer Bestandteil des Berufsbildes
  • Sanierung Parlament: Berufsgruppe sollte früher eingebunden werden
Präs. LK T/V Brunnsteiner: Probleme mit HIA - zu detaillierte Leistungsbilder führen zu rechtlichen Schwierigkeiten mit großen Auftraggebern
Wiener Eminenz (Achleitner?): fehlt die klare Trennung u. Listung von Zusatzleistungen (welche deutlicher von den Standardleistungsbildern getrennt gehören)
Sekt.Vors. B-ARCH Kompolschek: Problem bekannt - Arbeitsgruppe arbeitet an Vereinfachung
HIA-Fan (Wiener?): bricht Lanze für bessere Kalkulation in Architekturbüros
Kommentar meinerseits: bleh - wir können nicht kalkulieren, wir wollen nicht kalkulieren, wir werden nie kalkulieren; also brauchen wir ein System, das dieses Faktum berücksichtigt und keine moralischen Anschupfer zur besseren Kalkulation in Architekturbüros.

Bericht Präs. Pendl
  • ZTKG Reform: wird von Aulinger beackert (LG Wien)
  • Rechnungshof prüft Pensionskassen von Arch., Konsulenten und Rechtsanwälten
  • Generalsanierung Parlament: Vorgespräche (gut); Folgetermin 30. Mai mit Parlamentspräs. Prammer.
  • Bundesdenkmalamt: Broschüre Energieeffizienz bei denkmalgeschützten Gebäuden (hervorragend)
  • Einige Europa-Aktivitäten, u.a. Greenbook (ausgezeichnet) > verstärkte Unterstützung für KMU - werden von EU klar als Innovationsträger erkannt und als Stützen für Energieziele der EU (2020).
Sekt.Vors. LK Wien Aulinger: irgendwas mit Einbindung der Universitäten (?)
Wiener Ingenieur: für Reformen Bundesfachgruppe Informationstechnologie einbinden

Bericht Vizepräs. Kolbe:
  • viele Dinge, die einen Architekten wohl nicht so wahnsinnig interessieren [zumindest mich nicht]
  • auffallend immer wieder auch hier der Verweis auf irgendwelche Entwicklungen auf EU-Ebene
Note to self: EU sollte wesentlich stärker auf Sektionsebene LK T/V als Thema bearbeitet werden!

Top 4: Faxabstimmung Basiswert

Ergebnis bekannt - 2 Gegenstimmen, 2 Enthaltungen, also mehrheitlich angenommen (nur Bericht)

Top 5: Buchprüfung BAIK, Urkundenarchiv, Pensionsfonds, BIK-Verlag

Prüfer Vogl-Fernheim berichtet.
Keine besonderen Vorkommnisse.
  • BAIK Budget: Budgetansätze grösstenteils eingehalten - z.T. ein paar Umschichtungen. Keine Beanstandungen.
  • Urkundenarchiv: Überschuss, trotz Umsatzzielverfehlung (Einsparungen erreicht). Tendenz ok. Könnte stärker von Architekten genutzt werden / Kooperation mit Ämtern angedacht.
  • Pensionsfonds: sind Altlasten "neben" der WE - werden komplett aus dem Budget finanziert
  • BIK-Verlag: Bilanzverlust. Noch positives Kapital (wohl nicht mehr lange).

Bericht Rechnungsprüfer (Steuerberater): Altlasten drücken Ergebnis - sind aber eigentlich zurückgestellte Beträge >>> buchmässig überschuldet, aber nicht liquiditätsmässig (versteh wer will). Sonst alles im Rahmen. Empfehlung zur Annahme des Abschlusses.

Abstimmung: 3 Gegenstimmen, 3 Enthaltungen, mehrheitlich angenommen.

Top 6: Laienrichter beim OGH

Irgendeiner wird zur Entsendung vorgeschlagen [Namen nicht verstanden - erschien mir auch nicht so wichtig]

Abstimmung: 0 Gegenstimmen, 4 Enthaltungen, mehrheitlich angenommen

Top 7: Änderung FinHAO

In Zukunft wird auf den Beschluss der Sektionsbudgets durch den Vorstand verzichtet – soweit sie im Rahmen der vereinbarten Summen liegen.

Abstimmung: einstimmig

Top 8: Bestellung Prüfaktuar

Zimmermann solls weiter machen – bis 2015, sofern er nicht altersbedingt aussteigen sollte...

Mittagspause

Top 8.2 WE
Top 8.3 Verhandlungen BMASK
Top 8.4 Bericht WE-Kammertag Kleiner

Pendl eröffnet um 13:30 mit einer Erklärung zu den Entwicklungen des WE-Themas. Erläutert ein paar Details zum Thema „Totalüberführung“ (was die restlichen Alt-Ansprüche betrifft, die in der WE verbleiben würden incl. Kapitalrest, aus dem diese Pensionen finanziert werden sollten).

Intermezzo: Durchbruch bei den Berechnungen wurde erreicht. Schlechterstellung der WE im Vgl. zum ASVG ist nun quasi amtlich! Neuberechnungen bis Ende Juni abgeschlossen >> anschließend nächste Termine mit Ministerium.

Zurück zur Totalüberführung: Splittung war die letzten 4 Jahre Verhandlungsgegenstand. Totalüberführung wäre ein Bruch.

Anschliessend folgte die o.a. Kabarett-Einlage, die ca. 2 Stunden dauerte. Email genügt!

12.05.2011

WE update

Präsident Pendl kam diese Woche zur Sektions- und Vorstandssitzung (Bericht folgt in Bälde) und berichtete mündlich von den (positiven) Entwicklungen beim Thema WE. Mittlerweile gibt es auch eine schriftliche Information seinerseits, die ich hiermit zur Verfügung stelle:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Das Thema Überführung der WE in das staatliche Pensionsversicherungssystem hat in letzter Zeit an Dynamik gewonnen, folgendes ist zu berichten:
  • Das Kuratorium der WE hat einen neuen Vorsitzenden, Herrn Kollegen Dipl.-Ing. Neukirchen, den ich in dieser Funktion auch öffentlich begrüßen möchte.
  • Der Vorstand der bAIK vom 15. April 2011 hat nun auf meinen Antrag eine Strategiegruppe eingesetzt (Präsident und Vizepräsident bAIK, alle Länderkammerpräsidenten, Vorsitzender WE Kuratorium und dessen Stellvertreter, Vorsitzender WE Kammertagsausschuss, Geschäftsführer WE, sowie unser Versicherungsmathematiker), welche in Hinkunft die anstehenden Verhandlungen und Gespräche aufbereiten und begleiten wird.
  • Am 5. April 2011 fand ein Gespräch im Sozialministerium beim Kabinettschef des Ministers statt. Dabei wurde von uns ein Positionspapier übergeben, das hier verlinkt ist. Das positive Resultat dieses Gesprächs besteht darin, einen nach Übergabe des Gutachtens unserer Mathematiker bezüglich der berechenbaren Geldflüsse bei einer Überleitung der WE eingetretenen Stillstand überwunden zu haben. Es wurde uns zugesichert, dass das BMASK an einer Lösung in Form einer Überleitung der Pensionsversicherung der ZT in das staatliche System politisch interessiert ist und die bAIK dabei unterstützen wird. Abgestimmtes Protokoll siehe link
  • Ein dort vereinbartes weiteres Gespräch auf Ebene der Spitzenbeamten und der Versicherungsmathematiker fand dann bereits am 13. April statt. Ergebnis war, dass die dem Gutachten der WE zugrunde gelegten Berechnungszinssätze (die angenommene Verzinsung des Vermögens) von seiten des BMASK akzeptiert werden. Zudem wurden zwei Aspekte bzw. damit verbundene Parameter des Rechenmodells diskutiert und eine entsprechende Ergänzung des Gutachtens vereinbart. Die beiden Parameter betreffen das Pensionsantrittsalter sowie das Ausmaß der Steigerung der Pensionsbeiträge.
  • Die dadurch erforderlichen Berechnungen werden nach Abklärung von weiteren Parametern mit dem BMASK von unseren Mathematikern bis Juni erfolgen. Nach Vorliegen der Ergebnisse werden weitere Gespräche stattfinden, die schließlich in ein Spitzengespräch mit den beiden zuständigen Fachministern Mitterlehner und Hundstorfer münden sollen.
Über die weiteren Entwicklungen werde ich Sie laufend informieren.   

Mit kollegialen Grüßen
Arch. Dipl.-Ing. Georg Pendl
Präsident der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

08.04.2011

Kurzbericht WE-Infoabend 29.3.2011

Nachdem vormittags gerade mal 5 offizielle Anmeldungen vorlagen, waren wir über den großen Zuspruch im Magazin 4 doch etwas überrascht: knapp 40 Kolleg_innen folgten unseren Ausführungen zur Causa WE (Wohlfahrtseinrichtungen). Anton Nachbauer und meine Wenigkeit versuchten nach bestem Wissen und Gewissen die zahlreichen Fragen ordentlich zu beantworten. Ob das gelungen ist, oder nicht lässt sich aus der Perspektive des Vortragenden nur schwer erkennen - da wäre ich über Rückmeldungen dankbar.

Die wesentlichen Eckpunkte möchte ich kurz auflisten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
  • Konsens auf Bundes- und Länderebene ist die Position "Totalüberführung in die FSVG" (Sozialversicherung freiberuflich selbstständig Erwerbstätiger)
  • Die Verhandlungen sind zur Chefsache erhoben worden, und Präsident Pendl übernimmt die Führungsrolle.
  • Die erste Antwort von BM Mitterlehner ist schon eingetroffen (link). Viel unverbindlicher Politsprech und ein unvermeidlicher Hinweis auf die ach so schwierige Budgetsituation.
  • Als zusätzliches Druckmittel wird die Ankündigung einer Rechnungshofprüfung ab dem 2. Mai zu Hilfe kommen (link).
  • Wie lange so eine Prüfung dauert, bis Ergebnisse vorliegen, kann ich leider zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
  • Eine eigene Klage zu den "verlorenen Anwartschaften" wird nicht mehr verfolgt.
  • Grundsätzlich sind diese Anwartschaften als Status Quo in Österreich anzusehen (betrifft im Grunde alle Menschen, welche keine 180 Monate Beitragszeit vorweisen können) und eine Klage kann keinen Erfolg haben. Im Detail könnten allerdings die 3-5 Jahre Praxiszeit sehr wohl eingeklagt werden, aber dies bringt erstens nicht viel und mit der Überführung in die FSVG wäre das Thema sowieso obsolet. Dann werden die jetzt verlorenen Monate in das neue System überführt.
  • Ansprüche aus dem WE-System werden immer erfüllt - eine Mindest-Beitragszeit kennt die WE nicht. Im Fall der Totalüberführung wird also nichts verloren gehen.
  • Bei Totalüberführung werden die WE-Ansprüche durch das Vermögen abgedeckt. Dieses WE-Vermögen wird im Eigentum der Kammer verbleiben bis es aufgebraucht ist. Dann tritt der Staat an die Stelle der WE und garantiert die Auszahlung der Ansprüche bis zum Auslaufen.
  • FSVG, ASVG und GSVG sind Schwesterunternehmen - d.h. die Ansprüche ebd. können untereinander angerechnet werden.
  • Individuelle Konten: sind nicht "real" im Sinne bestehender Sparbücher (oder was auch immer) vorhanden, sondern Ergebnisse mathematischer Modelle. Sie können lt. Statut auch nicht separat und vorzeitig ausbezahlt werden.
  • Nach der Totalüberführung könnten insbesondere jüngere Kolleg_innen durchaus einen Sinn darin sehen, dieses Guthaben ausbezahlt zu bekommen, da die zu erwartende Pensionshöhe nicht gerade gewaltig ist, wenn man grad mal 4 oder 5 Jahre eingezahlt hat, und den Löwenanteil dann ja über die FSVG bekommen wird. Für länger Dienende (und zumeist ältere Kolleg_innen) dürfte dies nicht so interessant sein, da für diese umgekehrt der FSVG-Anteil eher der kleinere sein wird.
Als letztes wurden wir noch auf "unsere" Prognosen für diese Verhandlungen angesprochen. Ich versuche mal, unsere Einschätzung anschaulich zu machen: Auf einer Skala von 1-5 (1=Erfolg, 5=Misserfolg), schätze ich persönlich die Chancen auf eine 2 (gut möglich, wenn auch nicht sicher). Anton würde sie eher mit 3 (möglich, aber sicher nicht so schnell wie erwartet) einstufen.

07.04.2011

LK T/V Kammervorstand: 21.03.2011

Längere Sitzung, die ich eigentlich hoffnungsfroh mit dem VORletzten Zug nach Dornbirn abzuschließen gedachte... naja, vielleicht beim nächsten mal :)

Direktvergabe Krankenhaus Zams führt noch zu Nachbeben. Die Rechtsberatung sieht geringe Aussichten für eine erfolgreiche Klage, obwohl die Suche nach einem möglichen Kläger sogar erfolgreich war (die Kammer als Rechtspersönlichkeit ist nicht selber klagsberechtigt). Da außer mir und Kollege Moser keine Stimmen für ein weiteres Vorgehen zu finden sind, wurde die Sache auf Eis gelegt.

Klausur Ingenieurkonsulenten: Viele Themen, die sich - verständlicher Weise - oftmals mit denen der Arch.Klausur überschnitten. Ein paar interessante Punkte kann ich auflisten:

  • ZTG (Ziviltechnikergesetz): Trennung von Planung u. Ausführung wird von Konsulentenseite klar befürwortet
  • FH-Problematik: Konsulent_innen stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten, wie Architekt_innen, was die Bologna-Struktur in der Ausbildung betrifft. Lösung für Fachgruppen noch nicht in Sicht.
  • Weiterbildung als Qualitätsfaktor wichtig - auch in Hinblick auf ein mögliches (wenn auch dzt. unwahrscheinliches) Ende der Pflichtmitgliedschaft.
  • Ruhende Befugnisse werden kritisch hinterfragt (aber den Stein der Weisen kennen auch die Konsulent_innen nicht...)
  • ZTKG (Ziviltechnikerkammergesetz): Der Bundesvorschlag von Ressorts anstatt Sektionen wird als "überlegenswert" eingestuft.
  • WE (Wohlfahrtseinrichtungen): das Top Thema auch bei den Konsulenten - Überführung in die FSVG als Lösung favorisiert.
  • Honorare: hier dominiert weniger die HIA-Thematik, als bei den Architekt_innen. Konsulent_innen wollen die Stundensatzmodelle überarbeiten (bei den Details dazu hab ich mich geistig ausgeklinkt).

Kauf ÖNormen:

Die Verhandlungen über einen bundesweiten Einkauf der Ö-Normen durch die Länderkammern gehen in die nächste Runde. Letzter Stand ist eine Quote von 60% quer über alle Berufsgruppen. Es herrscht Konsens, dass dies vermutlich bedeuten würde, dass "die Kammer" wohl einige Lizenzen selbst bezahlen müsste (nämlich genau dann, wenn z.B. nur 50% ihre Normen aus eigener Tasche bezahlen wollten. Für die fehlenden 10% müsste dann die Allgemeinheit einspringen). Naja, das Ende der Fahnenstange ist wohl noch in weiter Ferne.

Zum Schluß noch ein kurzer Abstecher in die WE-Thematik. Präsident Brunnsteiner berichtet aus dem Präsidium - die Totalüberführung in die FSVG ist auf höchster Bundesebene Konsens. Die aktuellen Unterschriftenlisten sieht er als kontraproduktiv wegen formalen und inhaltlichen Fehlern.

23.03.2011

WE Pensionsversicherung - Infoabend

Terminankündigung:


Aufgrund der unterschiedlichen unkoordinierten Aussendungen zum Thema Wohlfahrtseinrichtungen (WE) möchten wir kommenden Dienstag, den 29.03.2011 um 18:30 Uhr auf alle möglichen Fragen rund um die derzeitigen Entwicklungen der WE eingehen:


Datum: Dienstag 29. März 2011
Beginn: 18:30 Uhr
Ort: Bregenz, Magazin 4


Das angekündigte Aufklärungsschreiben des BAIK Präsidenten ist im Übrigen auch schon versandt worden, und hier nachzulesen.


Und wenn ich mir noch einen kurzen Kommentar erlauben darf:


"Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird." Die aktuellen Kopfstände in Wien sind auf jeden Fall berechtigt, aber auch tw. kontraproduktiv. Die aktuelle Zusammensetzung der Gremien ist sehr vielversprechend und "wir" ziehen  alle am selben Strang. Nicht zuletzt wurde die Causa WE von Seiten Präsident Pendl endlich zur Chefsache erklärt. Wenn es um Verhandlungen mit einem Bundesminister geht, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Verhandlungspartner sich auf Augenhöhe treffen. Leider war das nicht immer so...

21.03.2011

BAIK Sektion Architekten: 11.03.2011

Berichte aus den Länderkammern (nur das Wichtigste, eine sehr persönliche Auswahl):
Steiermark: Ratlosigkeit angesichts eines Stadtplaners in Graz, der lieber workshops machen will, anstatt "normalen" Architekturwettbewerben.
Oberösterreich: Wohnbaugenossenschaften holen sich von Architekten Nachlässe, verrechnen aber (wie übrigens auch in Tirol) volle 100% der Planungsleistung... eine Rechnungshofprüfung ist angedacht.

Cloud Computing á la Kammer:
Manz Storage bietet 100% österreichischen (und nahe 99% "sicheren") Webspace an, den wir zum Preis von 15 € excl. MwSt. monatlich für die ersten 5 GB Daten benutzen können. Ab Q2 2011 sollte auf http://storage.manz.at die notwendige Info zu finden sein, wie man mit einem BAIK account diesen Service aktivieren kann (so man möchte). Der mögliche Nutzen liegt a) in einem sicheren backup von Bürodaten und b) als Projektserver für die Projektorganisation.

Neues zur HIA:
Die Kritik der letzten Monate verhallte offenbar nicht ungehört und es stehen dzt. 3 Modelle zur Diskussion, wie wir bei der Honorarberechnung eine höhere Genauigkeit und damit ein geringeres Risiko erreichen können. Allen gemein sind nachfolgende Zielsetzungen:

  • Prototypenfestlegung von Leistungsbildern (ähnlich einer Vorlage für bestimmte Projekttypen)
  • Zuordnung durchschnittlicher Zeitaufwände von unabhängiger Seite (notwendige Bedingung aus rechtlicher Sicht)
  • Einfache AVA-gestützte Angebotserstellung (über Stundensatzberechnung)

Zeithorizont bis zum nächsten update: Ostern sollen neue Kurven vorliegen

Zusätzlich arbeitet der Ausschuss an einer Lösung der Entwurfsthematik als geistig schöpferische Leistung, die sich nur schwer in ein mathematisches Korsett zwängen lässt. Ansätze hiezu werden als vielversprechend eingestuft.

Ziviltechniker Kammer Gesetz:
Es gibt Bewegung, was die Reform bezüglich schlankerer Kammerstrukturen betrifft - insbesondere auf Bundesebene könnte die Trennung Konsulenten / Architekten fallen. Als Ersatz dafür soll eine "Ressort" Struktur kommen.

Ziviltechniker Gesetz:
Problem der FH-Studenten wird weiter diskutiert werden müssen. Generell sind auch Fachhochschul-Abschlüsse als gleichwertig anzusehen - da ist die Haltung der EU völlig eindeutig. Ansonsten nichts Neues - Klarstellungen bezüglich Einstufung von master-Studien fehlen immer noch.

Budget:
eigentlich keine Veränderung; zwei Anträge auf Förderung wurden abgelehnt.

EU + Internationales:
Besuch von Arch. Klenovec vom Arbeitskreis "design for all" - was mithin die neue Sprachregelung für "barrierefreies Bauen" ist. Generelles Ziel, dass in Zukunft alle Neubauten den Kriterien design-4-all entsprechen sollen. Dazu ein interessantes Argument: die Zukunft der Pflege wird nicht in immer mehr und teuren Pflegeheimen liegen, sondern im schrittweisen Ausbau des barrierefreien Ansatzes im Wohnbau. Volkswirtschaftlich lässt sich berechnen, dass dies zwar jetzt mehr kostet, aber dafür die Pflege auch in Zukunft leistbar bleibt.

20.03.2011

LK T/V: Klausur Sektion Architekten - 04.bis 05.03.2011

2 Tage volles Programm in der Tiroler Höhenluft am Nordhang des Inntales. Bis auf ein paar fotografische Eindrücke haben wir das gute Wetter leider nicht geniessen können, da das Programm sehr dicht und die dazugehörigen Diskussionen sehr ausführlich, konstruktiv und auch ergebnisreich waren.


Ins Detail möchte ich eigentlich nicht gehen - das wichtigste Thema "WE" (für Laien: WohlfahrtsEinrichtung = Pensionsversicherung d. Architekten) dominierte definitiv und entspricht auch der Lage in den anderen Bundesländern. Die Unzufriedenheit in der Kollegenschaft angesichts der momentanen Prognosen (höhere Beiträge, geringere Pensionen) schafft vielleicht den nötigen Druck, um mit der Bundesregierung eine Lösung (= Überführung der WE in staatliche Hände) doch noch in dieser Periode erreichen zu können.

Konkurrierend sind übrigens gleich zwei "Organisationen" aktiv und sammeln Unterschriften: Plattform kontra WE und Unabhängige Initiative - Pensionssicherung ZiviltechnikerInnen. Nachstehend Links zu den jeweiligen Unterschriftenlisten:
Jede Unterstützung durch die "Basis" ist selbstverständlich erwünscht Update von der LK-Vorstandssitzung: es wird auf jeden Fall in Kürze eine Offizielle Info zum Umstieg geben (binnen 24 Stunden?), und inwiefern diese Unterschriftenlisten dann noch hilfreich sind, ist fraglich. Jedenfalls geht es dzt. ernsthaft rund - gerade eben habe ich erfahren, dass der Vorsitzende des WE-Kuratoriums vor Kurzem zurückgetreten ist. Generell wurde endlich die Überführung der WE in die FSVG (mittlerweile kenne ich sogar schon die korrekte Bezeichnung) zur Chefsache erklärt (Präsident Pendl - Bundeskammer), was aus 600 km Entfernung nur positiv gesehen werden kann.

19.03.2011

Arbeitsgespräch LR Rüdisser - 02.03.2011

Nach dem offiziellen Antrittsbesuch beim Landeshauptmann (siehe Bericht) kamen wir für ein kurzes Gespräch auch mit Landesrat Rüdisser zusammen. "Wir", das sind meine Wenigkeit, Anton Nachbauer und Josef Fink.

Grundsätzlich ging es um eine Vertiefung der Themen Raumordnungsnovelle und Wohnbauförderung. Mit anwesend war auch der zust. Abteilungsvorstand der Wohnbauförderung Mag. Lothar Hinteregger. Eine Stunde ist nicht lang, aber einiges konnten wir deutlich ansprechen:
  • Raumordnung - Kritik am Beirat, auch im Sinne eines vermutlich ausufernden Verwaltungsaufwandes
  • Förderung soz. Wohnbau - Auflockerung versch. Kriterien notwendig, insbesondere die Komplexität und Genauigkeit der Energieberechnungen muss reduziert werden (macht wenig Sinn, auf 5 Kommastellen alles zu berechnen, wenn der Nutzereinfluss ein Vielfaches an Unschärfe bringt)
  • Vereinheitlichung der Flächen- und Volumenberechnungen (1 Berechnungsnorm sollte reichen)
  • Architekturwettbewerbe verpflichtend ab 15 geförderten Wohneinheiten (wird noch eine Weile dauern, aber Interesse diesbezüglich scheint da zu sein)
  • LEK Wert statt Heizwärmebedarf pro m2 als Basis für Energiekennwerte (wird bei gewerblichen Bauten derzeit eingeführt, Wohnbau etc. wird noch eine Weile warten müssen)


Schwer zu bewerten, ob und wie wir es schaffen, diese Themen "an den Mann" zu bringen. LR Rüdisser war ausnehmend freundlich, gut informiert und was das Förderdilemma betrifft (mehr Förderung bringt keine besseren Preise) sehr abgeklärt und realistisch. Jedenfalls werden wir weiterhin auf jeder Ebene versuchen, unsere Interessen zu artikulieren. Steter Tropfen höhlt den Stein - andere Institutionen sind vielleicht mit mehr Power gesegnet, aber verstecken müssen wir uns mit Sicherheit nicht.

Der nächste derartige Termin wird übrigens in Richtung Wirtschaftskammer zielen. Hauptpunkt dürfte unsere Konkurrenz-Situation mit den Baumeistern sein - gerade auch mit Blick auf die steigenden Zahlen von Architekturabsolvent_innen mit Baumeister-Lizenz müssen wir den Kontakt intensivieren.

---
Nachtrag zum LEK-Wert:
Tabelle über die unterschiedlichen Berechnungsnormen und ihre Vor- bzw. Nachteile, was den Berechnungsaufwand, die Aussagekraft und die Genauigkeit betrifft >>> Diskussionsunterlage.

18.03.2011

Neuwahl Sektionsvorsitz Architektur 22.02.2011

Aus Vorarlberger Sicht gibt es interessantere Themen, als welcher Tiroler Kollege oder Kollegin der höchste Vertreter der Länderkammer ist. Dennoch möchte ich niemandem vorenthalten, dass der amtierende Sektionsvorsitzende Thomas Moser sein Amt niedergelegt hat und an seiner Stelle nun Kollege Hanno Vogl-Fernheim gewählt wurde.

Wir Vorarlberger (Nachbauer u. Konzet) glänzten übrigens durch Abwesenheit, allerdings nicht ohne unsere Zustimmung im Vorfeld übermittelt zu haben. Für 5 Minuten Wahl nach Innsbruck zu fahren, schien nicht gerade zielführend, insbesondere weil von Seiten der Tiroler Kollegenschaft klar kommuniziert wurde, dass es zu keiner Kampfabstimmung zwischen den beiden konkurrierenden Tiroler Listen kommen würde.

An dieser Stelle möchte ich meinem Kollegen Vogl-Fernheim noch einmal zur Wahl gratulieren und freue mich auf eine weiterhin gute und produktive Zusammenarbeit unserer beider Länder!

17.03.2011

LK T/V Kammervorstand: 14.02.2011

Hauptpunkt waren div. finanzielle Angelegenheiten - was uns direkt betrifft u.a. die Förderung des VAI, welche vorab einmal mit 16.000 € von Seiten des Kammervorstandes genehmigt wurden. Dem Wunsch nach Erhöhung (der im übrigen auch vom "Schwesterninstitut" AUT erhoben wurde) wurde nicht stattgegeben. Konkret bedeutet das, dass eine evtl. Zusatzförderung vom Sektionsvorstand beschlossen werden kann.

Diesbezüglich bitte nicht vergessen: der Kammervorstand hat ein "gemeinsames" Budget für Ausgaben, die sowohl Konsulenten, als auch Architekten zu gleichen Teilen bezahlen. Alles, was nicht gemeinsam gelöst werden kann, muss in den jeweiligen Sektionsbudgets beschlossen werden!

Die Eckdaten der Ausgaben in Listenform:

  • AUT (Architektur u. Tirol): 16.000 €
  • VAI (Vorarlberger Architekturinstitut): 16.000 €
  • Messestand Innsbruck: 20.000 €
  • Messestand Frühjahrsmesse Dornbirn: 20.000 €
  • Sommerfest: 20.000 €
  • ORF-Kooperation (mehrheitl. Konsulenten): 45.000 €

Alles zusammen sind die Ausgaben des variablen Budgeteils zum Großteil ausgeschöpft. Ausser ein paar kleineren Posten wird heuer nicht mehr viel kommen.

Details zu Problemfällen bei der Kammerumlage etc. möchte ich niemandem antun, aber es sei versichert, dass alle Vorstandsmitglieder die jeweilige Situation eines Mitgliedes sehr genau und ernsthaft diskutieren und zumeist eine vernünftige Lösung gefunden werden kann.

Mit den Vorbereitungen zur Kammerklausur darf ich euch auch verschonen - diese wird am 1. April (kein Scherz!) irgendwo in Innsbruck stattfinden.

Der interessanteste Punkt des Tages war noch ein Ausläufer der Gespräche mit der UNI Innsbruck: lt. Präsident Brunnsteiner könnten wir tatsächlich Sponsoren auftreiben, die "uns" ein ganzes INSTITUT (z.B. "Hochbau") finanzieren würden... das klingt jetzt utopisch, aber nach dem 1. April (Klausur) kann ich hoffentlich etwas mehr ins Detail gehen.

16.03.2011

and now to... something completely different


"Ärztinnen und Architekten sind am attraktivsten"

titelt der Standard in einem Artikel zu einer der vermutlich überflüssigsten Studien der Welt, aber bevor ich mich der Berichterstattung zur BAIK-Sitzung vom letzten Freitag widme, möchte ich diese bahnbrechende Erkenntnis niemandem vorenthalten:
Die zehn attraktivsten Männerberufe:
1. Architekt (32%)
2. Arzt (31%)
3. Journalist (28%)
4. Anwalt (28%)
5. Manager (25%)
6. Handwerker (24%)
7. Musiker (19%)
8. Polizist (19%)
9. Pilot (19%)
10. Lehrer (17%) 
Die zehn attraktivsten Frauenberufe:
1. Ärztin (32%)
2. Journalistin (25%)
3. Krankenschwester (25%)
4. Anwältin (24%)
5. Lehrerin (24%)
6. Architektin (23%)
7. Musikerin (22%)
8. Schauspielerin (20%)
9. Model (18%)
10. Managerin (17%)
Einer aufmerksamen Leserin dürfte nicht entgehen, dass die Architektinnen noch ein sattes Potential nach oben haben - jedenfalls gibt der Artikel keine befriedigende Erklärung dafür ab:

"Männer in eher weiblich konnotierten Berufen sind bei Frauen weniger begehrt, während Frauen in diesen Berufen bei Männern sehr gut ankommen. So findet jeder vierte Mann Krankenschwestern attraktiv, während Krankenpfleger nur von sieben Prozent der Frauen als attraktiv empfunden werden."

01.03.2011

OIB Richtlinien - update

Wie wir alle wissen, werden Gesetze in Wien gemacht, in Salzburg gelesen und in Vorarlberg eingehalten :)

Ähnliches gilt auch für die OIB-Richtlinien, die in den meisten Bundesländern überhaupt nicht, oder wenn, dann höchstens teilweise in die jeweilige Landesgesetzgebung übernommen wurden.

Dass dieses kulturelle Verständnis auch Vorteile hat, sei nicht verschwiegen, dadurch fällt z.B. der Einfluss Vorarlbergs auf dieses Regelwerk höher aus, als es uns rein mathematisch nach Bevölkerungsanteil zustehen würde.

Wie auch immer, ich möchte euch einen recht deutlichen Kommentar unseres Tiroler Kollegen Schmidle nicht vorenthalten, der sich in der Überarbeitung der Richtlinien ein paar allgemeine Gedanken gemacht hat - insbesondere über den Zusammenhang zwischen komplexen Richtlinien und den daraus entstehenden Vorteilen für Rechtsanwälte, Versicherungen und industrielle Produzenten...

Kommentar_Schmidle

Lesenswert !

11.02.2011

Raumordnung: Tirol prescht vor bei Widmungsabgabe

Während hierzulande die massiven Einsprüche zur Raumordnungsnovelle einen erneuten Nachdenkprozess in der Landesregierung ausgelöst haben, ist die Entscheidung für eine Widmungsabgabe im Tirol schon gefallen. Selbige nennt sich im Tiroler Amtsdeutsch "Verkehrserschließungsabgabe", und dient vornehmlich der Verringerung von Grundstücksspekulationen. Ein weiteres Ziel, das man damit erreichen will, ist der Kampf gegen die Baulandhortung, was im bergigen Tirol naturgegeben eine große Bedeutung hat. LH Platter möchte damit "Bewegung in den Baulandmarkt" bekommen.

Im Sinne unserer Bemühungen um höhere Bewertung des Gemeinwohles hilft diese Tiroler Entscheidung vielleicht, das Land Vorarlberg zu einem Umdenken zu bewegen. Der dazu geplante Termin mit Landesrat Rüdisser wurde zwar noch mal verschoben, aber wir werden sicher "rechtzeitig" unsere Position noch einmal verdeutlichen können (März).

01.02.2011

VZI sorgt sich um den Ruf der Architekturausbildung

Heute gefunden im Standard:

"Der Verband der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe (VZI) ortet einen "Verfall der Reputation heimischer Ausbildungsstätten für technische Berufe." Derzeit sei die Ausbildung besser, als ihr derzeit verbreiteter Ruf, heißt es in einer Aussendung. "Wir fordern die Politik auf, diesen extrem schädlichen Verfall der Reputation unserer Ausbildungsstätten und der Lehrenden rasch zu stoppen, um weitere wirtschaftliche Schäden für unser Land zu vermeiden", sagte Wilhelm Reismann, Präsident des VZI."

Das Thesenpapier dazu als Download.

Wieso ausgerechnet ein privater Verein (unter Mitarbeit des Wiener Präsidenten Ablinger) so eine Stellungnahme herausgeben muss, ist mir ein Rätsel. Aber Wien ist nun mal Wien und neben ZV & Co. existieren offenbar noch mehrere lose Vereinigungen.

Inhaltlich hätte ich nicht viel an diesem Positionspapier auszusetzen. Insbesondere die dadurch dokumentierte Unterstützung der Universitäten, die finanziell und kapazitätsmässig stark unter Druck geraten sind, wurde auch schon in Innsbruck ausführlich diskutiert. Dass auch ein Absatz über die zukünftige Rolle der Frauen in technischen Berufen enthalten ist, spricht für Wien :)

Antrittsbesuch Landeshauptmann

Letzte Woche waren wir beim "Antrittsbesuch" im 6. Stock des Landhauses. Themen waren u.A. die Wohnbauförderung und die verbindliche Verknüpfung mit Wettbewerben, der bessere Einbezug der Architektenschaft bei berufsrelevanten Gesetzesänderungen, das Haftungsproblem des österreichischen Unikums der 30jährigen Nachhaftung und last not least die Problematik unseres Pensionssystems. Gerade beim letzten Punkt schien es uns wichtig, dass auch die politische Ebene darüber informiert ist, wenn uns auch bewusst ist, dass es keinesfalls ein Landesthema ist - namedropping ist die Devise: Je mehr Leute darüber Bescheid wissen, desto besser.

Das Gespräch war sehr professionell und auch positiv. Insbesondere die Thematik der Wettbewerbe im geförderten Bereich fiel (unserer bescheidenen Einschätzung nach) auf fruchtbaren Boden. Sausgruber zeigte sich in vielen Bereichen sehr informiert, lediglich bei Detailfragen zur Raumordnungsnovelle z.B. verwies er auf den zuständigen Landesrat Rüdisser (Termin auf Anfrage 10. März).

Bei der Frage nach der Einreichung durch Privatpersonen winkte er sofort ab - kleine Freiheiten sollten erhalten bleiben. Auch gut, wenigstens wissen wir, welches Thema wir derzeit nicht weiter verfolgen müssen.

20.12.2010

BAIK Sektion Architekten: 17.12.2010

Zweite Arbeitssitzung in Wien, und schon nimmt der "Karren" Fahrt auf... mehr im Text :)

Bericht Bundesvorsitzender (Kompolschek):
  • Urkundenarchiv könnte in Zukunft auch Arch.Projekte speichern; dzt. sind nur Vermesser als Nutzer vertreten
  • News aus Europa: Frankreich sieht Arch.Leistung bei Einreichung als beendet - gemeinsam mit anderen Staaten konnte eine europ. Aussage über den Leistungsumfang der Architektenschaft jedoch verhindert werden. Es gilt also Länderhoheit.
  • Vorstandsklausur: Ziviltechnikergesetz soll geändert werden - betrifft insbesondere die Aufhebung der Trennung in 2 Sektionen auf Bundesebene | Problemzone Anwärter (und die verlorenen Beitragsjahre) soll wieder einmal neu überdacht werden | Weiterbildung für Architekten: ARCHING Akademie könnte in Bälde in das Eigentum aller Länderkammern übergehen, um ein möglichst breites Angebot auch in den Bundesländern zu haben | Augenmerk auf Lehrgang für Arch.Wettbewerbe | Kampf gegen Rabatte bei Wohnbauträgern - Notwendigkeit des österreichweiten Zusammenschlusses, um dies aktiv bekämpfen zu können.

Berichte Länderkammern:
  • Wien plant eine EU-Klage für den Fall, dass die WE-Eingliederung nicht ins Rollen kommt
  • Zugang zu Wettbewerben: Vorschlag einer Addierung der Umsatzsumme eines ZT-Büros der letzten 5 Jahre, um die Leistungsfähigkeit zu bewerten (sehr interessant - dazu mehr in einer internen Sitzung)
  • Oberösterreich sieht Probleme mit dem geplanten Ö-Norm-Bezug für die Mitglieder, weil sehr unterschiedliche Bedarfslagen eine einheitliche Regelung erschweren. | Wünscht österreichweite Einrichtung einer Öffentlichkeitsarbeit, um gemeinsame Themen schlagkräftig angehen zu können (wird noch weiter beraten - sollte aber bald beschlussfähig sein)
  • Tirol wünscht ebenfalls Austausch über die Agenden der Wohnbaugesellschaften, da selbige selbst wesentlich besser vernetzt sind, als wir Architekten

Budget 2011: einstimmig beschlossen - nichts Aussergewöhnliches dabei, das zu kritisieren gewesen wäre

HIA: Joh. Schmidt trägt via Powerpoint die Vorzüge und Intentionen vor; anschliessend recht lange Diskussion, was denn nun verbessert werden könnte. Das interessanteste für mich war die Möglichkeit zur Einbindung in AVA-Systeme. Mehr Infos auf Anfrage - muss selber erst ausprobieren. Rest macht der Ausschuss im nächsten Jahr - more to come soon!

Berufs- und Kammerrecht: Thema Befugnis starkt in Bewegung, weil viele "artverwandte" Studien in die Architekturbefugnis drängen
  • Kunst-Universitäten: Lehrgang "Innenarchitektur"
  • Fachhochschulen: Lehrgang "Architektur und Objektentwicklung", "Innenarchitektur und 3D-Raumgestaltung"
  • Sonstige: "Zivilingenieur für Raumplanung" (glaube das war Uni Wien)
Die Kernfrage: Wohin mit diesen Leuten? In welche Sektion? Dürfen sie planen? Wenn ja, WAS?

Die Positionen knallten ziemlich ungefiltert aufeinander. Für viele ist die Exklusivität unseres Berufes unbedingt zu erhalten. Der Vorsitzende Kompolschek plädierte für die Aufnahme von Überlegungen zur Ausweitung der Sektion Architekten. Mit oder ohne eigene Fachgruppen ist noch keinem klar. Meine Anmerkung dazu: grundsätzlich sollten wir uns als Kammer so präsentieren, dass wir auch bei Aufhebung der Pflichtmitgliedschaft keine Nachwuchssorgen haben müssten > Qualitätssicherung für Architekturleistungen wird das Um und Auf.

Vergaberecht: Schwellenwerte für die Direktvergabe: werden offenbar von 40.000 auf 100.000 € permanent ausgeweitet. Vorschlag Pendl, für Arch.Leistungen auf 40.000 zu bleiben, falls ein Arch.Wettbewerb möglich ist wird positiv aufgenommen.

Aussenauftritt: Einrichtung eines länderübergreifenden Öffentlichkeitsausschusses - resultierend aus einigen hier im Text angesprochenen Problemen. Details dazu nach der nächsten Sitzung - konnte nicht mehr teilnehmen, da wir erst mit 1 h Verspätung bei diesem Punkt ankamen und ich den Zug nach Xiberg noch erreichen musste...

15.12.2010

LK T/V Kammervorstand: 13.12.2010

Befugnisse: Probleme mit ruhenden Befugnissen bei Gutachterlichen Tätigkeiten. Im Rahmen gerichtlich bestellter Gutachten OK, aber privatwirtschaftliche Tätigkeit an aufrechte Befugnis gebunden! (Auch ein Fall in Vorarlberg)

 
Finanzielle Angelegenheiten: Werbekosten Landespublikation (Tirol) mit 6.000 € | Messestandbetreuung Pauschalvereinbarung mit 4.800 € | Erhöhung Honorarsätze der Rechtsbeistände - seit >10 Jahren unverändert - OK

 
Bericht Moser: Bauqualität der Gemeinnützigen in Tirol sehr hoch - könnten auch 10% günstiger anbieten, halten aber Qualität lieber höher.

 
Gast Prof. Maria Schneider (UNI Innsbruck): Fakultätsleiterin Architektur
  • Mit weit über 200 Studienanfänger_innen pro Jahr kann die Qualität der Ausbildung nicht gehalten werden. Sparbemühungen des Bundes verschärfen die Lage.
  • Diskussion im Gremium zu den Möglichkeiten, als Kammer auszuhelfen. Klar ist auf jeden Fall, dass wir an einer soliden Hochbauausbildung interessiert sind, allerdings keine wirklich relevanten Mittel zur Verfügung stellen können
  • Prof. Schneider bringt keine Daten zu den Kosten für Lektorat / Übungen o.Ä. mit - keine konkrete Aussage unsererseits möglich ohne klare Angaben.
  • Kammer wird Kollegenschaft ansprechen, wer Interesse an Ausbildungstätigkeit hätte.

 
Videokonferenz: Weitere Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit eines Videokonferenzsystems im LK-Bereich erübrigt sich lt. Präs. Brunnsteiner, da "die Vorarlberger" neuerdings eh immer in Innsbruck anwesend sind.

 
Fachgruppe Raumplanung: Konzet spricht die Befugnisüberschneidungen im Bereich Raumplanung an. Architekten sehen Konkurrenz von Seiten der Ingenieurs-fachgruppe Raumplanung - Überlegungen zur Überführung dieser Gruppe und allfälliger weiterer (Thema Fachhochschulen mit Master Architektur) in die Sektion Architekten.

 
Energieberatung: Im Tirol sind keine Ziviltechniker als Energieberaterinnen tätig

 
Vergabegesetz: Anmerkung von Ingenieurseite, dass die Regelungen für den Unterschwellenberich gänzlich gestrichen werden könnten - von EU-Seite her gibt es jedenfalls nur diese eine Trennung zw. Ober- und Unterschwelle.

03.12.2010

Totalunternehmerwettbewerb Laterns

Nach Bekanntwerden des Vorhabens der Gemeinde Laterns, einen Totalunternehmer-Wettbewerb für die Dorfzentrumserneuerung auszuschreiben, machten wir als erstes unseren Standpunkt mit einer Presseaussendung klar. Im Wissen, dass wir zu spät informiert wurden, um das Vorhaben als Solches noch gänzlich stoppen zu können, empfahlen wir unserer Kollegenschaft, ihre Teilnahme daran noch einmal zu überdenken:
Am 30.11. konnten wir ein klärendes Gespräch mit Bürgermeister Nesensohn (Laterns) führen, das in Summe sehr positiv verlaufen ist (M.Konzet, A.Nachbaur, P.Lutz):
  • einerseits konnten wir darlegen, dass die Unterordnung der Ziviltechniker unter einen Totalunternehmer unsere Rolle als Vertreter des Bauherrn deutlich behindert. Dass diese Praxis zudem noch dem Ziviltechnikergesetz klar widerspricht, dürfte auch seinen Widerhall gefunden haben.
  • andererseits konnten wir gewisse Vorbehalte gegenüber der Kammer als Berufsvertretung ausräumen. im übrigen wurde auch klar, warum wir "zu spät" informiert wurden >>> lt. Aussage der Person, die für die Auswahl des TU-Verfahrens offenbar ausschlaggebend war, wurden wir nicht informiert, "weil wir ja wussten, dass die Kammer solche Verfahren nicht haben will".
Am Ende gingen wir (meiner Einschätzung nach) recht friedlich wieder auseinander. Wäre als Basis nicht ein Beschluss der Gemeindevertretung gefasst worden, der ein TU-Verfahren im Baubeschluss verankert hatte, hätten wir vielleicht sogar noch einen Umschwung bewirken können. Als Alternative für kleine Gemeinden konnten wir das Modell Architekturwettbewerb mit nachfolgender Generalunternehmer-Ausschreibung aufzeigen, das wohl eine bessere Option für solche Fälle darstellt.

Die grundsätzliche Lehre, die wir daraus ziehen können, ist v.a. jene: bei diesem Thema ist es enorm wichtig, die politisch Verantwortlichen frühzeitig über die Konsequenzen einer Entmündigung der Planer zu informieren.